Freitag, 8. Oktober 2010

De­mons­tra­ti­on für eine Stadt für alle am 9.10.

Aus einer Mauer wur­den tau­send Zäune

De­mons­tra­ti­on für eine Stadt für alle.

Es ist un­über­seh­bar: Im Be­zirk Fried­richs­hain-​Kreuz­berg sind die Mie­ten bei Neu­ver­mie­tung so hoch wie in kei­nem an­de­ren Ber­li­ner Be­zirk, und Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men wer­den aus in­ner­städ­ti­schen Lagen ver­drängt. Wer heute noch mit einem güns­ti­gen Miet­ver­trag aus­ge­stat­tet ist, bei dem oder der kann schon mor­gen ein Schrei­ben der Ver­mie­ter_in­nen im Brief­kas­ten lie­gen: Mie­ter­hö­hung, Lu­xus­sa­nie­rung, Um­wand­lung in Ei­gen­tums­woh­nun­gen – der Druck wächst und die Po­li­tik schaut zu und schafft die Stru­ku­ren, in­ner­halb derer sich der Im­mo­bi­li­en­markt der­art frei ent­fal­ten darf.

Vor zwan­zig Jah­ren stand die Mauer noch und trenn­te Ber­lin ent­lang des Spree­ufers. Statt einer Mauer ste­hen dort jetzt tau­send Zäune. Die Chan­ce, das Spree­ufer für alle Men­schen zu öff­nen, wurde nicht wahr­ge­nom­men. Statt­des­sen ist das Ufer heute weit­ge­hend pri­va­ti­siert und mit kom­mer­zi­el­len Ob­jek­ten be­baut.
Wir als An­woh­ner_in­nen haben davon nichts, wenn O2 mit einem rie­si­gen Schild seine Exis­tenz be­wirbt oder La­bels sei­nen drit­ten Bü­ro­kom­plex er­öff­net.
Schlim­mer noch: Wir lei­den unter den stei­gen­den Mie­ten und den fol­gen­den Ver­drän­gun­gen! Denn so­lan­ge Stadt ka­pi­ta­lis­tisch or­ga­ni­siert und Woh­nun­gen über einen Markt ver­teilt wer­den, kann es keine Stadt für alle geben.

Zäune ab­bau­en, Ho­tels öff­nen.

Am Spree­ufer wird ge­ra­de die denk­mal­ge­schütz­te Eis­fa­brik ab­ge­ris­sen, neben dem Al­li­anz-​Turm sol­len wei­te­re Car­lofts für Su­per­rei­che ent­ste­hen und am Ost­ha­fen ist das nächs­te Pro­jekt in Pla­nung und die­ser Klotz soll auch noch den Namen „Große Frei­heit“ tra­gen.
Fried­richs­hain-​Kreuz­berg ist als Be­zirk be­liebt, die Po­li­tik und die In­ves­to­ren ent­de­cken ihn als Pro­fit­mög­lich­keit. Immer mehr zah­lungs­kräf­ti­ge Be­su­cher strö­men durch die Kieze. Für die Reichs­ten die­ser Tou­ris­ten wurde das nhow-​Ho­tel (Preis ab 170 Euro pro Nacht) ge­baut und wird nun am 13. No­vem­ber er­öff­net.
Wir for­dern: Be­zahl­ba­ren Wohn­raum für alle statt Lu­xus­sui­tes für we­ni­ge.
Be­tei­ligt euch an den Pro­tes­ten !
Schaut der Ent­wick­lung nicht ta­ten­los zu !
De­mons­tra­ti­on am Sams­tag, den 9. Oktober
Auf­takt: 16 Uhr Kott­bus­ser Tor

1 Kommentar:

  1. Die Mauer ist out, Zäune sind in! Ein Berliner Film über die Absurditäten kapitalistischer Umstrukturierung und des zeitgeistlichen Sicherheits- und Ordnungswahns.

    unter:http://www.youtube.com/watch?v=uvU-QkTJdyk

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