Aus einer Mauer wurden tausend Zäune
Demonstration für eine Stadt für alle.
Es ist unübersehbar: Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind die Mieten bei Neuvermietung so hoch wie in keinem anderen Berliner Bezirk, und Menschen mit geringem Einkommen werden aus innerstädtischen Lagen verdrängt. Wer heute noch mit einem günstigen Mietvertrag ausgestattet ist, bei dem oder der kann schon morgen ein Schreiben der Vermieter_innen im Briefkasten liegen: Mieterhöhung, Luxussanierung, Umwandlung in Eigentumswohnungen – der Druck wächst und die Politik schaut zu und schafft die Strukuren, innerhalb derer sich der Immobilienmarkt derart frei entfalten darf.Vor zwanzig Jahren stand die Mauer noch und trennte Berlin entlang des Spreeufers. Statt einer Mauer stehen dort jetzt tausend Zäune. Die Chance, das Spreeufer für alle Menschen zu öffnen, wurde nicht wahrgenommen. Stattdessen ist das Ufer heute weitgehend privatisiert und mit kommerziellen Objekten bebaut.
Wir als Anwohner_innen haben davon nichts, wenn O2 mit einem riesigen Schild seine Existenz bewirbt oder Labels seinen dritten Bürokomplex eröffnet.
Schlimmer noch: Wir leiden unter den steigenden Mieten und den folgenden Verdrängungen! Denn solange Stadt kapitalistisch organisiert und Wohnungen über einen Markt verteilt werden, kann es keine Stadt für alle geben.
Zäune abbauen, Hotels öffnen.
Am Spreeufer wird gerade die denkmalgeschützte Eisfabrik abgerissen, neben dem Allianz-Turm sollen weitere Carlofts für Superreiche entstehen und am Osthafen ist das nächste Projekt in Planung und dieser Klotz soll auch noch den Namen „Große Freiheit“ tragen.Friedrichshain-Kreuzberg ist als Bezirk beliebt, die Politik und die Investoren entdecken ihn als Profitmöglichkeit. Immer mehr zahlungskräftige Besucher strömen durch die Kieze. Für die Reichsten dieser Touristen wurde das nhow-Hotel (Preis ab 170 Euro pro Nacht) gebaut und wird nun am 13. November eröffnet.
Wir fordern: Bezahlbaren Wohnraum für alle statt Luxussuites für wenige.
Beteiligt euch an den Protesten !
Schaut der Entwicklung nicht tatenlos zu !
Demonstration am Samstag, den 9. Oktober
Auftakt: 16 Uhr Kottbusser Tor
Die Mauer ist out, Zäune sind in! Ein Berliner Film über die Absurditäten kapitalistischer Umstrukturierung und des zeitgeistlichen Sicherheits- und Ordnungswahns.
AntwortenLöschenunter:http://www.youtube.com/watch?v=uvU-QkTJdyk