Montag, 30. Mai um 16:00 Uhr
an der GSW-Zentrale
Charlottenstraße 4 Ecke Rudi-Dutschke (Kreuzberg)
Lange Zeit galt Berlin als Paradies, was niedrige Mieten und die Verfügbarkeit von Wohnraum auch in zentralen Lagen anging. Diese Ära ist vorbei: Dreiste Maklergebühren und zehn Euro pro Quadratmeter für dunkle Kabuffs sind keine Seltenheit mehr, Menschen mit geringem Einkommen müssen sich zunehmend freuen, überhaupt noch eine bezahlbare Wohnung innerhalb des S-Bahn-Rings zu finden.
Im Wettbewerb um die knapper werdenden Wohnungen gewinnen dann oft genug nur diejenigen, die ohne mit der Wimper zu zucken Einkommensnachweis, Schufa-Auskunft und die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vorlegen können und dem Ideal vieler VermieterInnen entsprechen: “Weiße”, deutsche Mittelschichts-Pärchen mit gesichertem Einkommen und Kinderwunsch als vermeintliche Stabilitätsgarantie.
Mieterhöhungen … weiter gehts!
Als wäre die Wohnungssituation nicht schon schlimm genug, drohen jetzt weitere Mieterhöhungen: Am 30. Mai 2011 erscheint der neue Berliner Mietspiegel, der die Maßstäbe für zulässige Mieterhöhungen bei laufenden Mietverträgen setzt. Da bei der Berechnung allerdings nur die Mieten der in den letzten vier Jahren abgeschlossenen oder veränderten Mietverträge einbezogen werden, ist er faktisch ein Mieterhöhungsspiegel – denn billigere ältere Mietverträge werden nicht mit eingerechnet und die enormen Mietsteigerungen bei Neuvermietungen wirken sich durch den Mietspiegel auch auf laufende Mietverhältnisse direkt aus. Die sich aktuell immer schneller drehende Spirale der Mieterhöhungen erhält dadurch zusätzlichen Schub.
Wem gehört die Stadt?
Anstatt dieser Entwicklung des Wohnungsmarktes entgegenzuwirken, trägt der Berliner Senat erheblich zur Misere bei. Die rot-rote Regierung hat in den letzten Jahren rund 150.000 öffentliche Wohnungen privatisiert, gleichzeitig aber den Bau von Sozialwohnungen komplett eingestellt.
(mehr…)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen